Das war der Bornstedter Wahltalk

Am 16.5.2019 hat die Trägergemeinschaft Stadtteilarbeit Bornstedt, zu der wir als SIB auch gehören, zum Bornstedter Wahltalk zur Kommunalwahl 2019 eingeladen. Folgende Kandidat*innen für den Wahlkreis 2, zu dem unser Stadtteil gehört, haben teilgenommen: Sabine Becker (FDP), Matthias Finken (CDU), Irene Kirchner (SPD), Tina Lange (Die Linken), Nils Naber (Bündnis90/Die Grünen), Uwe Rühling (Die Andere). Hier eine kurze (und subjektive) Zusammenfassung der zentralen Themen, die am 16.5. diskutiert wurden:

Die fehlende Gastronomie im Stadtteil ist aus Sicht der Teilnehmenden ein ungelöstes Problem. Wir hatten den Eindruck, dass für die Anwesenden die Stellungnahmen der Kandidat*innen noch nicht die geeigneten Lösungen für dieses Problem beinhalteten. Die wesentlichen Bauvorhaben sind abgeschlossen, die noch verbleibenden Flächen sind bereits verplant bzw. an Investoren übergeben. Lediglich in absoluter Randlage jenseits der Biosphäre bestehen eventuell noch Optionen. Zentraler gelegene Immobilien sind in privater Hand und somit außerhalb des Einflussbereichs der Politik. Die Ansätze der Kandidat*innen, z.B. Gastronomie in der Biosphäre (Finken) oder Entwicklung des Bornstedt Karree (Becker), lösten keine Begeisterungsstürme aus.

Die wahrgenommene Trennung zwischen Bornstedt versus Bornstedter Feld wurde von mehreren (zugezogenen und alteingesessenen) Einwohner*innen von Alt-Bornstedt geschildert und als Problem wahrgenommen. Die Auflösung der Interessenvertretung (vertritt derzeit die Bewohner*innen des Entwicklungsgebiets Bornstedter Feld) und statt dessen die Etablierung einer Stadtteilvertretung für ganz Bornstedt wurde begrüßt. Hier erschien den Teilnehmenden vor allem die Einbeziehung der etablierten Strukturen und Vereine wichtig.

Die Erweiterung des Stadtteilladens zu einem Stadtteilhaus am Standort der derzeitigen Gemeinschaftsunterkunft in der David-Gilly-Str. erscheint den Teilnehmenden nicht verbindlich genug. Hier gibt es viele Fragezeichen und Bedenken bezüglich der Zeitplanung und Verbindlichkeit. Mit Befriedigung wurde die parteiübergreifende Bereitschaft (Lange, Finken, Kirchner) aufgenommen, die Planungen bereits jetzt anzugehen, damit zum Auslaufen der GU-Nutzung bereits planungsrechtlich und organisatorisch die Vorbereitungen getroffen sind, um schnell mit der Umsetzung (= Bau) beginnen zu können.

Die Verkehrssituation wurde in mehrfacher Hinsicht als unbefriedigend wahrgenommen: Zum einen ist die Potsdamer Straße zu Stoßzeiten hoffnungslos überlastet, wobei ein großer Teil des Autoverkehrs „Transitverkehr“ aus den nördlich von Bornstedt gelegenen Wohngebieten ist. Konkrete Lösungsvorschläge kamen von den Teilnehmenden: Verlängerung der Straßenbahn entlang der Potsdamer Straße bis an einen geeigneten großzügig bemessenen park-and-ride Parkplatz sowie ein Ausbau des Bahnhofs Park Sanssouci als park-and-ride Umstiegspunkt für Berlinpendler*innen. Zum anderen hat der öffentliche Nahverkehr unnötige Engpässe durch die zentrale Ausrichtung, die zum Beispiel die Pendler*innen nach Potsdam West zwingt, zunächst in die Innenstadt zu fahren.

Die Umfrage, die vor einiger Zeit von der Stadtteilkoordination durchgeführt wurde, hat deutlich gemacht, dass Bornstedt ein funktionales Problem hat („Schlafstadt“). Es wurde offenbar, dass dieses einigen Kandidat*innen bis zum Wahltalk nicht so bewußt gewesen war, und durch den Wahltalk der Handlungsbedarf deutlicher erkannt wird.

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